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Jahrestagung 2019

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Jenseits von KlimAgrar

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Die diesjährige Jahrestagung der International Association for Landscape Ecology – Region Deutschland (IALE-D") wurde vom Mo 30. September bis Mi 2. Oktober 2019 von den Landwissenschaften an der Universität Potsdam ausgerichtet.

 

Das Thema lautete „Landschaft im Klimaschutz“ und widmete sich Fragen zu

  • Klima und Land- und Forstwirtschaft
  • Klima und das neue Verhältnis von urbanen und ruralen Räumen
  • Change Management im Klimaschutz

 

Professor Hermann Lotze-Campen vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) öffnete mit einem Einführungsvortrag zum jüngst erschienenen IPCC-Sonderbericht „Klimawandel und Landsysteme“" die globale Perspektive zum Thema der Tagung, gefolgt von einem Blick auf das Thema Wasser als limitierenden Faktor für Landschaften im Klimaschutz durch Professor Axel Bronstert, Hydrologe und Klimatologe am Institut für Umweltgeowissenschaften und Geographie der Universität Potsdam, zu dem auch unsere Arbeitsgruppe Landwissenschaften gehört.

 

Eine besondere Ehrung erfuhr die junge Wissenschaftlerin María García-Martín von der Universität Göttingen durch die Verleihung des diesjährigen IALE-D Graduate Award. Sie bedankte sich dann auch mit einem Vortrag über Ihre Doktorarbeit „Connecting with landscapes for sustainability. Characteristics of, challenges to, and opportunities for integrated landscape management in Europe“.

 

Am ersten Abend hatte IALE-D die Tagungsteilnehmer zum geselligen Zusammensein und Austausch zu Hr. Lehmann“ im Alten Bahnhof Golm eingeladen. In gemütlicher, keineswegs bahnhofsmäßiger Atmosphäre gab es zur musikalischen Untermalung von Sängerin Gudrun Anders & Co. aus Bad Freienwalde (Oder) Bratwürste und Steaks vom Grill aus dem Potsdamer Sauenhain 1 im Ortsteil Grube, gerade mal drei Kilometer weiter die Bahnlinie hinunter. Dort bringen um die 100–150 Sauen ganzjährig im Freiland einer alten Apfelplantage ihr vollkommen artgerechtes Leben zu, bis sie der Ernährung des Menschen zugeführt werden. Das Gelände ist zehn Hektar groß, so dass jedem Tier im Schnitt formal 700–1000 m² Fläche zukommen – die EU-Richtlinien für die ökologische Tierhaltung fordern 1,3 m² Stallfläche plus 1 m² Auslauffläche pro Tier (Verordnung (EG) 889/2008 (DV Öko-Verordnung), Anhang III (L 250/38)). Die Tagungsteilnehmer, die sich nicht auf die Salatbar beschränkten, haben bestätigt, dass das Fleisch von besonderer Qualität und außergewöhnlich gutem Geschmack ist. Clemens Stromeyer, studierter Geograph und seit 2015 Schweinebauer und Inhaber des Potsdamer Sauenhains, ist Alleinkämpfer. „Die ganzjährige Weidehaltung ist der artgerechteste landwirtschaftliche Ansatz zur Schweinehaltung“, sagte er im letzten Winter dem Magazin Potsdamer und, darauf angesprochen, fügte er hinzu: „Der Winter ist kaum ein Problem für die Tiere. Sie sind von klein auf abgehärtet. In den Schutzhütten kuscheln sie sich zusammen und wärmen sich gegenseitig.“ In der Sommerhitze suhlen sie sich im Schlammbad und finden Schatten unter den Apfelbäumen, wie Schweine das eben von Natur aus so machen. Sie fühlen sich sauwohl (ohne Anführungszeichen)! Damit er überhaupt über die Runden kommt und sein Biofleisch zu akzeptierten Preisen anbieten kann, vermeidet Clemens dazwischen geschaltete Lieferketten und verkauft sein Biofleisch direkt online.

 

Am zweiten Tag der Jahrestagung gab es, quasi zwischen den Vortrags- und Fachsitzungen in den Hörsälen, auch die Gelegenheit, festes Schuhwerk und Regenkleidung anzuziehen, um an der Exkursion in den ländlichen Barnim teilzunehmen. Wie schon auf der Konferenz AgriGHG 2018" besuchten wir den Milchproduktionsbetrieb von Bauer Jens Petermann 2 in Falkenberg (Dannenberg/Mark), den dieser inzwischen nach den Demeter-Richtlinien zur biologisch-dynamischen Landwirtschaft auf ökologischen Landbau und Tierhaltung umgestellt hat. Außerdem gab es wieder eine ausgedehnte Fußwanderung durch die Weideflächen der Agrargenossenschaft Trampe von Landwirt und Vize-Landrat Holger Lampe in Breydin (Trampe). Bei beiden Gelegenheiten konnten sich die Teilnehmer an frischen Aufschlüssen bzw. mittels Bodenproben mit dem Bohrstock anschaulich über den Zustand des Acker-/Weidebodens, hier insbesondere die Bodenfeuchte, im durch zwei aufeinanderfolgende Dürre- und Hitzesommer gebeutelten Land Brandenburg informieren.

 

Am dritten Tag traten dann zwei Personen aus der öffentlichen Verwaltung und Politik ans Podium 3, Claudia Henze von der Regionalen Planungsgemeinschaft Uckermark–Barnim und Ralf Christoffers MdL, ehemaliger Wirtschafts- und Europaminister des Landes. Sie „stritten“ zusammen mit dem Veranstalter Professor Hubert Wiggering höchst kollegial und freundlich über das „Reizthema“ Windenergie und Windkraftanlagen in Brandenburg.

 

Die Details hierzu – wie auch zu allen anderen Vorträgen der IALE-D-Jahrestagung 2019 können bei der IALE-D eingesehen werden: www.iale.de. Die Poster der Tagung von KlimAgrar-Projektnehmern können auf unseren Projektseiten eingesehen werden: CarboCheck", GülleBest", GetreideProtekt", SimKlima", ResRaMa".

 

Die Jahrestagung 2020 wird wieder an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) in Nürtingen am Neckar stattfinden.

 

 

Link zu unserem Tagungskalender

 

 

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2 Landwirt Jens Petermann in Dannenberg erläutert an einem für die Errichtung einer Windkraftanlage auf seinem Acker entstandenen Aufschluss, wie die letzten Dürre- und Hitzewellen im Land seinem Ackerboden zugesetzt haben. (© DSH)

3 Ralf Christoffers MdL und Claudia Henze debattieren über Windkraftanlagen in Brandenburg, dazwischen Hubert Wiggering. (© Werner Rolf, IALE-D)

1 „Sauwetter ist optimal“. Titelgeschichte über den Potsdamer Sauenhain im © Potsdamer – Magazin der Havelregion, Heft #09, Feb-2019 (Photo: Susanna Krüger – mit freundlicher Genehmigung)

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© 2018 . Forschungsbegleitung KlimAgrar. Alle Rechte vorbehalten.

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