Wissenschaftler haben früh eingefordert, dem vom Menschen beeinflussten Klimawandel gegenzusteuern. Bereits im Jahre 1975 stellte der Klimaökonom William D. Nordhaus in einer Studie das heute sogenannte Zwei-Grad-Ziel auf: Mit einer Begrenzung der globalen Erwärmung auf unter 2 Grad gegenüber dem vorindustriellen Wert bestehe die Chance, eine „gefährliche“ Veränderung des Klimasystems durch den Menschen noch abzuwenden. Eine Überschreitung dieser Modellmarke würde die Folgen des Klimawandels außer Kontrolle geraten lassen. Insbesondere Wetterextreme wären nicht mehr zu bewältigen.

Zwar griff die EU den Vorschlag im Jahre 1996 als politische Zielformulierung auf, doch folgt die globale Klimapolitik dieser immer noch eher zögerlich. Erst auf der 15. UN-Klimakonferenz (COP15) in Kopenhagen im Jahre 2009 wurde in Form einer Absichtserklärung das Zwei-Grad-Ziel als Minimalkonsens erstmals festgehalten (Übereinkunft von Kopenhagen)  und auf der 16. UN-Klimakonferenz (COP16) in Cancún im Folgejahr noch einmal bestätigt.

Letztlich wurde aber erst im Jahre 2015 auf der 21. UN-Klimakonferenz (COP21) in Paris eine konkretisierende Vereinbarung zum Kyoto-Protokoll von 1997 mit verbindlichen Klimazielen von den Vertragsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) verabschiedet. Danach soll die globale Erwärmung auf unter 2 Grad über dem vorindustriellen Niveau der globalen Mitteltemperatur begrenzt und darüber hinaus eine Begrenzung auf 1,5 Grad angestrebt werden. Inzwischen haben alle 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen die Konvention unterzeichnet oder sind ihr beigetreten. Bezeichnenderweise tritt (neben den beiden Teilnehmern aus der Reihe der pazifischen Inseln, die selbst nicht Mitglied sind, sowie Palästina) zusätzlich die Europäische Union (EU bei den UN)  als Unterzeichner auf und wird seitdem wie ein „Mitglied“ geführt, so dass es 197 „Vertragsstaaten“ sind.

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen lassen allerdings befürchten, dass die globale Erwärmung noch in diesem Jahrhundert über die Zwei-Grad-Marke hinausschießen und dass es nicht mehr gelingen wird, ihr entgegen zu steuern. Da jedoch das Zwei-Grad-Ziel auf einer Modellrechnung beruht und niemand konkret sagen kann, wie genau die Folgen des Klimawandels tatsächlich an diese Marke zu knüpfen sind, wird weiterhin diskutiert und nur zögerlich gehandelt, anstatt das Möglichste zur Begrenzung der globalen Erwärmung zu tun, wie es der Geist der Klimarahmenkonvention in der Formulierung des anzustrebenden 1,5-Grad-Ziels zum Ausdruck bringt. Der vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) 1988 eingerichtete Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen (IPCC) hat Szenarien vorgelegt, nach denen die Zwei-Grad-Marke sogar schon deutlich vor 2050 überschritten werden könnte.

Die „unter-2-Grad“-Zielsetzung scheint ambitioniert. Wir müssten die globalen Emissionen bis 2050 um mindestens 50 % gegenüber 1990 senken, um die Zwei-Grad-Obergrenze mit mehr als 50 % Wahrscheinlichkeit einhalten zu können. So steht es in der Zusammenfassung zum Fünften Sachstandsbericht des IPCC von 2014.   Diese Formulierung zeigt bereits deutlich, woraus die  Kontroverse um die globale Erwärmung immer wieder neue Nahrung zieht.

 

 

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Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) (Eds.): Climate Change 2014. Synthesis Report. Contribution of Working Groups I, II and III to the Fifth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change. Genf: IPCC, 2015 – ISBN 92-9169-143-7 / Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle (Hrsg.): Klimaänderung 2014. Synthesebericht. Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger. Bonn: DLR Projektträger Umwelt und Nachhaltigkeit, 2015

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